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Pädophile im Internet – Ein erschreckender Test

Letztens habe ich einen Bericht über Kriminalität im Internet gesehen und konnte meinen Augen kaum trauen: in diversen Chats für Jugendliche tummeln sich Pädophile. Haufenweise. Dort geben sie sich selbst als Teenager aus, um Kontakt zu Kindern und Jugendlichen zu bekommen und ihre kranken, widerlichen Gedanken auszuleben. Ich bin schockiert.

Meine Tochter hat gerade ihren sechsten Geburtstag gefeiert und ist – glücklicherweise – noch entfernt von den weiten Welten des Internets. Und dennoch ist es für mich als Mutter ein äußerst wichtiges Thema. Besonders erschreckend war, welch leichtes Spiel diese kranken Köpfe haben. Wie einfach es ist. Ich konnte vieles kaum glauben und startete eine Art Selbsttest.

Ich bin Lisa, 14 Jahre alt

Besonders beliebt bei Pädophilen scheint das Chatportal knuddels zu sein. Also habe ich mich dort angemeldet und geschaut, was passiert. Ich bin jetzt Lisa, 14. Auf ein Profilbild und weitere Infos habe ich bewusst verzichtet, um keine zusätzlichen Reize zu schaffen. Bereits nach weniger als 30 Minuten ist mein virtueller Briefkasten voll und ich finde keine Worte für das, was ich hier erlebe.

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Ich bin kaum eine Minute in einem Chatroom mit dem Titel „Freundschaft“ und schon habe ich fünf Nachrichten erhalten. Eine wie die andere: „Hallo Hübsche, Bock zu schreiben ?“ oder auch „Hi Süße, alles klar ?“. Wie erwähnt, ich habe kein Profilbild und komme doch direkt auf diese Schiene. Nach meiner knappen Antwort fallen meine „Altersgenossen“ direkt mit der Tür ins Haus. Aber so richtig. Die Ausschnitte zeigen nur die äußerst harmlosen Konversationen mit meinem Gegenüber…

„Was hältst du von Intimrasuren ?“

Plötzlich ist Paul gar nicht mehr 16, sondern 23. Und heißt eigentlich Otto. „Schlimm !?“ fragt er. Nein Paul-Otto, für mich ist das nicht schlimm, denn ich kann mir denken, dass du eigentlich Horst heißt und 42 bist. Aber für andere ist es schlimm. Für andere bist Du schlimm.

Es wird auch nicht besser, als ich behaupte, ich sei erst 12 und nicht 14 Jahre alt. Im Gegenteil. Es wird noch widerlicher. Abartiger. Ich sehe Horst bildlich vor mir, wie er sich freut „Frischfleisch“ am Haken zu haben. Ich werde natürlich gefragt, wo ich wohne. Man will sich mit mir treffen. Wenn Horst in Hamburg wohnt, wohne ich in München. Was aber gar kein Problem ist, denn Horst hat eine Cousine in München, die er oft besucht. Was für ein Zufall…

Nach drei Tagen bin ich extrem schockiert und muss feststellen: dieser Bericht, den ich gesehen habe, ist mehr als authentisch. Ich spüre eine tiefe Wut in mir als ich wieder eine Nachricht bekomme. Am liebsten will ich Horst ins Gesicht schreien: „Was läuft falsch bei dir, du Wichser !?“ Doch in der Anonymität des World Wide Webs kann ich das nicht. Denn hier ist Horst eben nur Paul.

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Wie schütze ich mein Kind ?

1. Schaue, was Dein Kind im Internet macht
Viele Eltern vertrauen ihren Kindern blind und lassen sie ohne Einschränkungen im Internet surfen. Es ist jedoch sehr wichtig zu sehen, was das Kind genau macht und gerade am Anfang keinen uneingeschränkten Zugriff zu gewähren. Schau Dich selbst auf Seiten um, die Dein Kind besucht und gehe in Chatrooms. Dort wird meist schnell deutlich, wie es wirklich zugeht. Außerdem solltest Du Filter und Kindersicherungen installieren, um gewisse Seiten auch einfach zu sperren.

2. Sensibilisiere Dein Kind
Kindern sind Gefahren oft nicht bewusst. Das Internet hat viele tolle Seiten – und gerade deswegen ist es wichtig darüber zu sprechen, dass es auch negative Dinge gibt. Menschen, die Lügen erzählen und dem Kind schaden wollen. Es ist absolut wichtig, keine persönlichen Daten anzugeben und sich einen Nickname zuzulegen. Das Kind sollte auch immer wissen, dass es keinen Ärger von den Eltern bekommt, wenn es über Erlebnisse und Erfahrungen spricht oder wenn irgendwas komisch war.

3. Stärke das Selbstbewusstsein
Kinder, die ein starkes Selbstbewusstsein haben, trauen sich Nein zu sagen. Sie werden schneller misstrauisch und hinterfragen Dinge. Sie können sich den Eltern besser anvertrauen und haben keine Angst vor Ärger. Lobe Dein Kind und schenke ihm Anerkennung. Ermutige Dein Kind und gebe ihm Sicherheit. Nimm Dein Kind in den Arm und sage ihm, dass Du es lieb hast. Packe Dein Kind nicht in Watte – es muss hinfallen, um zu lernen, dass man danach wieder aufstehen kann. Und: gehe mit gutem Beispiel voran und sei ebenfalls selbstbewusst.

Alles Liebe,

Berenice

 

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